Bernd Borchert
What-you-see-is-what-you-confirm fuer die Fotohandy-TAN
Ziffern-Erkennung mit dem Fotohandy
Online Banking mit dem ueblichen PIN/iTAN-Verfahren ist nicht
trojanersicher: ein auf den Rechner des Benutzers eingeschleppter
Trojaner-Virus kann nicht nur die PIN ablauschen, sondern auch
Ueberweisungen faelschen. Das Fotohandy-PIN/TAN
Verfahren verhindert beide Angriffe - unter der Annahme, dass das Handy
virusfrei ist. Bei der Implementierung der Fotohandy-PIN/TAN wurde ein
2D-Code benutzt, um
die
Ueberweisungsdaten per Abfotografieren auf das
Fotohandy zu uebertragen. Der Prototyp soll verbessert werden, indem
die Daten direkt - d.h. ohne 2D-Code - durch das Fotohandy
vom Bildschirm abgelesen werden:

Es wird durch die direkte Erkennung der Ueberweisungsdaten nicht nur
die Benutzerfreundlichkeit des Fotohandy-TAN Verfahrens verbessert,
denn der Ueberpruefungsschritt auf dem Handy faellt weg,
sondern vor allem auch die Sicherheit: ein Trojaner-Virus auf dem
Rechner kann nicht mehr die moegliche Unaufmerksamkeit des Bankkunden
ausnutzen, indem er ihm eine manipulierte Ueberweisung zur Bestaetigung
unterschiebt und darauf spekuliert, dass der Bankkunde die Daten beim
zweiten Mal nicht genau prueft. Wenn die Buchstabenerkennung
eingesetzt wird, kann das nicht passieren, denn den
Ueberpruefungsschritt gibt es gar nicht, d.h. es gilt: what-you-see-is-what-you-confirm.
Hinweise zur Implementierung im Rahmen einer studentischen Arbeit (Stud., Bachelor, Dipl., Master):
Fuer das Fotohandy soll also ein Buchstabenerkennungs-Programm
geschrieben werden. Die Aufgabe wird dadurch vereinfacht, dass es nur
Ziffern sind, die vom Handy-Programm zu erkennen sein sollen, und dass
diese
Ziffern relativ zu den Ankerpunkten in fester Position stehen. Das
Erkennen der 3 oder 4 Ankerpunkte in dem Bild, das die Handy-Kamera
aufgenommen hat, ist die schwierigste Aufgabe. Die grafische Gestaltung
der Ankerpunkte und der entsprechende Erkennungs-Algorithmus werden
in dem Projekt gemeinsam diskutiert und festgelegt (das im Bild
oben skizzierte Format ist
wahrscheinlich nicht ideal). Wenn die Ankerpunkte vom Algorithmus
erkannt worden
sind, koennen die Ziffern relativ einfach gelesen werden, weil die Lage
und das Format der Ziffern festgelegt werden kann - in einem ersten
Ansatz koennte man z.B. die Ziffern durch den 7-Segment Code
darstellen.
Das what-you-see-is-what-you-confirm
Prinzip soll in dem Projekt als Demonstrations-Prototyp - also so wie
die
Fotohandy-PIN/TAN Demonstration, siehe oben - implementiert
werden: auf dem
Handy in J2ME und beim Server in PHP und JavaScript.
Links
- Patent der Uni Karlsruhe fuer what-you-see-is-what-you-sign
mit dem Fotohandy
What-you-see-is-what-you-sign ist
mehr als what-you-see-is-what-you-confirm:
Der Server kann bei
what-you-see-is-what-you-sign dem Klienten nachweisen, dass er
den Auftrag abgegeben hat, bei what-you-see-is-what-you-confirm
nicht. Fuer Online Banking reicht aber letzteres, weil Bank und Kunde
sich vertrauen. Deshalb wird hier kein Bluetooth zwischen
Fotohandy und Rechner benoetigt - was die Aufgabe sehr vereinfacht.
Letzte Änderung: 27. Oct. ‘09 | Bei Fragen und Anregungen E-Mail an:
Bernd Borchert